Schwangerschaftsstreifen

Was sind Schwangerschaftsstreifen?

Schwangerschaftsstreifen sind sichtbare Risse im Bindegewebe der Unterhaut. Ärzte bezeichnen sie als Dehnungsstreifen. Zunächst sehen sie bläulich bis rötlich aus, da die Blutgefäße durchscheinen. Später verblassen sie, bis sie als silbrig glänzende Narben sichtbar sind.

Diese Veränderungen treten überall dort auf, wo sich Haut mit Bindegewebe befindet – am Bauch, dem Po, den Hüften und dem weiblichen Busen.

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Sind Sie ein Einzelfall?

Die unschönen Hautrisse sind verbreitet – betroffen sind circa 80 % der Schwangeren. Schauen Sie sich in ihrem näheren Umfeld um. Sie werden feststellen, dass fast jede ihrer Bekannten mit diesen zu kämpfen hat.

Müssen Sie zum Arzt?

Nein. Eine ärztliche Behandlung ist nicht notwendig. Schwangerschaftsstreifen sind ein rein ästhetisches Problem.

Wie entstehen sie?

Schwangerschaftsstreifen entstehen, wenn sich die Haut überdehnt. In der Schwangerschaft dehnt sich vor allem der Bauch. Daher bilden sich dort viele Streifen. Ein starkes Bindegewebe kann helfen.

Das Bindegewebe – Gerüst unserer Haut

Das Bindegewebe spielt eine große Rolle für die Elastizität der Haut. Es besteht aus den Proteinen Kollagen und Elastin. Kollagen stärkt das Bindegewebe. Elastin verleiht ihm Elastizität, da es in seine ursprüngliche Form nach Dehnung zurückkehrt. Beide Proteine sorgen dafür, dass das Bindegewebe reißfest und elastisch ist. Ist es zu schwach, hält es der Dehnung nicht stand und es bilden sich Risse.

Wodurch kann sich die Haut überdehnen?

Äußerlich spielen Gewichtsschwankungen eine Rolle.

Die Haut kann ein paar Kilo zu viel schlecht kompensieren. Verzichten Sie auf Diäten und versuchen Sie ihm Rahmen der Schwangerschaft moderat zuzunehmen. Circa 10- 12 Kilogramm gelten als normal. Ernähren Sie sich gesund. Vermeiden Sie Alkohol, Zucker, Fett und Kaffee und setzen Sie auf frisches Obst und Gemüse sowie Fisch und Vollwertprodukte.

Trinken Sie 1,5 Liter täglich, möglichst 2-3 Liter. Kollagen und Elastin lieben Wasser. Kollagen ist in der Lage, das 15- fache seiner eigenen Masse an Wasser aufnehmen. Geeignet sind Mineralwasser und ungesüßte Kräutertees. Ihre Haut wird es Ihnen danken.

Zusätzlich erhöhen Sie den Feuchtigkeitsgehalt ihrer Haut mit reichhaltigen Lotionen sowie speziellen Schwangerschaftsölen. Diese sollten Sie direkt nach dem Duschen beziehungsweise Baden anwenden, da die Haut empfänglicher für Pflegestoffe ist.

Innerlich beeinflussen Hormone die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen.

Hormone wirken sich auf die Proteinproduktion der Fibroplasten aus. Fibroplasten sind Hautzellen, die Kollagen und Elastin produzieren. Sie bestimmen die Qualität und Quantität der Elastin- und Kollagenfasern. Schwankt der Hormonhaushalt wie in der Schwangerschaft, kann sich das auf das Erscheinungsbild der Haut auswirken. Yoga oder autogenes Training können unterstützend wirken, um sich zu entspannen und die Hormone ins Gleichgewicht zu bringen.

In der Schwangerschaft wird zudem das Hormon Kortisol vermehrt im Körper ausgeschüttet. Das Unterhautgewebe verliert dadurch an Elastizität und neigt zu vermehrten Rissen.

Wer ist betroffen?

Besonders Frauen, die schnell zunehmen, Mehrlinge oder ein großes Kind zur Welt bringen, haben ein höheres Risiko, unter den unschönen Hautveränderungen zu leiden.
Mit zunehmenden Alter wird es weniger wahrscheinlich, Schwangerschaftsstreifen zu bekommen. Der Körper produziert weniger Kollagen. Sind weniger Fasern im Bindegewebe vorhanden, verlieren weniger Fasern ihre Stabilität und es bilden sich weniger Risse. Jüngere Frauen sind somit einem höheren Risiko ausgesetzt, Schwangerschaftsstreifen davonzutragen.

Bleiben die Streifen für immer?

Entstehen Schwangerschaftsstreifen, behalten Sie sie ihr Leben lang. Der Körper schafft es nicht, alle Elastinfasern wieder zu bilden. Deshalb verblassen sie lediglich mit der Zeit.

Viele Frauen versprechen sich Erfolge durch die Behandlung mit einem Fraxel Laser. Dieser durchlöchert die betroffenen Stellen. Das zerstörte Narbengewerbe bildet später hellere und geschmeidigere Haut. Verschwinden werden die Schwangerschaftsstreifen allerdings nicht und die Krankenkasse übernimmt keine Kosten. Sie erhalten Zuschüsse für die Behandlung, wenn von den Narben eine tatsächliche Gefahr für ihre Gesundheit in Form von Entzündungen und Schmerzen ausgeht.

Auch die Mikrodermabrasion, bei der Kristalle die obersten Hautschichten abschleifen, mindert nur das Erscheinungsbild von Schwangerschaftsstreifen.

Letztendlich sollten Sie versuchen, sich so zu akzeptieren, wie sie sind. Schließlich haben Sie auch etwas Wundervolles dafür erhalten.

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